Coffee Bay – Oder: Da muss ich unbedingt wieder hin!

Es gibt Orte, die man besucht hat, an die man sich immer wieder zurückwünscht. Coffee Bay an der südafrikanischen Wild Coast ist so ein Ort. Ohne so recht zu wissen, warum eigentlich.

Was für eine herrliche Küste © dieweltineinerkiste.de
Was für eine herrliche Küste © dieweltineinerkiste.de

Ein paar Tage entlang der südafrikanischen Küste sind wir nun schon auf Achse. Wilderness, der Tsitsikamma Nationalpark und eine absurde Nacht in Grahamstown liegen hinter uns. Im Chico machen wir uns auf den Weg ins richtige Afrika. Denn so haben wie hier haben wir Afrika noch nicht zu Gesicht bekommen wie wir das in Coffee Bay selber und auf dem Weg dorthin tun werden.

Knapp über 400 Kilometer ist die Strecke lang. Während man in Deutschland dafür knapp drei bis vier Stunden braucht, dauert es in Südafrika länger. Knapp sechs Stunden sind wir unterwegs und entfernen uns dabei immer mehr von der Küste, um erst die letzten zwei Stunden wieder gerade auf sie zuzuhalten.

Die Gegend wird weitläufiger, grüner und hügeliger. Ein bisschen ist das wie im Auenland. Nur Bäume gibt es nur ganz wenige. Und überall auf den Hügeln stehen die kleinen Rundhäuser, die Roundavels, die in weiß und oft auch im farbenfrohen türkis weithin zu sehen sind. Interessant ist: Wirklich zusammenhängende Ortschaften gibt es nur wenige, aber dafür verteilen sich die Roundavels vereinzelt über die komplette Umgebung.

Wir passieren Straßenmärkte, auf denen alles Leben stattfindet. So wird neben dem Obststand eben auch mal frisiert. Auf den Straßen müssen wir zwischendrin immer wieder abbremsen, weil Rinder und Schafe direkt an den Straßenrändern grasen. So muss das also in Indien sein…

Coffee Bay an der Wild Coast

Irgendwann haben wir die letzten Kilometer vor uns, sehen den Indischen Ozean endlich wieder und erreichen schließlich Coffee Bay. Der Ort besteht aus nicht vielmehr als ein paar Hütten, zwei Backpackern und zwei Resorts. Wir checken im Coffee Shack direkt in der Bucht ein und fühlen uns dort gleich wohl. Ob das an der Bar liegt, die es verbietet, einen Drink in der rechten Hand zu halten („Otherwise you have to down it!“) oder an dem gemütlichen Außenbereich inmitten von Hängematten, Bambushütten und ganz viel Grün? Ist nicht so schwer zu beantworten…

Woher der Name kommt, ist übrigens etwas kurios. 1893 ist vor der Küste von Coffee Bay ein Schiff, welches Kaffeebohnen geladen hatte, auf Grund gelaufen und schließlich gesunken. Die Kaffeebohnen wurden daraufhin angespült und ob des warmen Klimas, welches dort das ganze Jahr über herrscht, schafften es einige von ihnen sogar auszutreiben. Lange gedeihten die Kaffeebäume wegen dem hohen Salzgehalt der Umgebung allerdings nicht und so ist heute nur der Name geblieben.

Hole in the Wall

Bevor wir den restlichen Tag mit Surfern in der Bar verbringen und versuchen, den Drink eben nicht in der rechten Hand zu halten, machen wir noch einen Ausflug zum wenige Kilometer entfernten Hole in the Wall. Das ist eine etwa 500 Meter lange Felsformation mit einem riesigen Loch in der Mitte, die etwa 200 Meter vor der Küste genau in einer Flussmündung steht.

Ein paar einheimische Kinder zeigen uns den Weg dorthin. Meterhoch peitschen die Wellen des Ozeans durch die Öffnung im Fels. Ein Hinausschwimmen ist trotz der angenehmen Wassertemperaturen daher nicht zu denken. Die Wild Coast trägt ihren Namen nicht umsonst und ist daher bei Surfern entsprechend beliebt.

Am Abend

Im Backpacker geht am Abend gehörig die Post ab. Es gibt Braai mit Mais und Fleisch vom Grill. Und irgendwann zu späterer Stunde klappt das mit der rechten Hand dann auch nicht mehr… Es wird lustig, man sitzt zusammen, macht nochmal einen kurzen Ausflug zum Strand direkt vor der Tür und genießt den hellen Mond, der über den Wellen strahlt.

Fazit

Leider leider leider sind wir am nächsten Tag schon wieder weiter gefahren. Ich weiß nicht genau, was es war, aber Coffee Bay hat sich bei mir als eindrücklichste Erinnerung eingebrannt. Ein Ort, der unglaublich schön und unglaublich relaxt ist. Ein Ort, der definitiv anders ist als das restliche Südafrika. Ein bisschen wilder, ein bisschen ursprünglicher. Und an den ich unbedingt nochmal wiederkommen möchte. Nur beim nächsten Mal definitiv für länger!

2 thoughts on “Coffee Bay – Oder: Da muss ich unbedingt wieder hin!

  • Pingback: Südafrika in 20 Etappen ⎪ Die Welt in einer Kiste

  • 6. November 2014 at 19:11
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    Oh toll, vielen Dank für den Flashback.
    Auf dem Campingplatz waren wir vor Jahren die einzigen Gäste mit unserem Bushcamper. wir haben in der Sonne gefühstückt während eine ganze Delfinschule vorbeizog…
    Tolle gegend um auch länger zu Verweilen.

    Viele Grüße
    Eva

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