Bergfahrraden am Gardasee

Berge und Wasser — eine gute Kombination. Am liebsten Berge und Meer. Der Blick auf endlose Weiten Wasser wirkt auf mich beruhigend. Aber auch Bergseen haben ihren Reiz. Der Gardasee ist mit seiner Lage in Norditalien noch nah genug, um die Strecke mit dem Auto zurück zu legen. Also Fahrräder in den Kofferraum und auf geht’s.

Tremosine sul Garda

Der Anblick des Gardasees hat mich schon bei unserer Ankunft aus Richtung Riva irgendwie verzaubert. Der Weg zu unserer Unterkunft führte uns am Ufer entlang durch Limone und dann eine enge Serpentinenstraße hinauf durch die Schlucht des Torrente Valle di Larino. Die Fahrt durch die Schlucht ist sehenswert; ein ängstlicher Fahrer sollte man jedoch nicht sein. Tremosine ist eine recht verschlafene Gemeinde auf einer Hochebene auf der Westseite des Sees, etwas abseits vom Haupttourismus in Limone und Riva. In 5 min am Strand ist man von dort also eher nicht — dafür entschädigt aber die Ruhe und der Ausblick auf den See. Und man erspart sich direkt die ersten Höhenmeter beim Strampeln auf die umliegenden Gipfel.

Bergfahrraden nelle Dolomiti

Der nördliche Teil des Gardasees liegt in den Dolomiten, eine Gebirgskette der südlichen Alpen. Daher ist der See häufig das (erfrischende) Ziel des momentan gehypten Trendurlaubs Transalp und gilt allgemein als Mountainbike Topspot. Uns haben die bekannten Touren um den See aus unterschiedlichen Gründen nicht ganz zugesagt. Deswegen haben wir uns eine eigene Route zusammengebastelt, die uns über den La Cocca und den Dalvra Bassa führte. Alles in allem ungefähr 1250 Höhenmeter auf 30 km. Allerdings mussten wir schnell feststellen, dass die ausgesuchten Strecken entweder wenig aufregende Schotterwege waren, oder aber direkt in (für uns) völlig unbefahrbares Gelände wechselten. Da mussten wir unsere Bikes wohl oder übel den ein oder anderen (Höhen-)Meter schieben. Die Aussicht auf den Gardasee und die umliegenden Berge entschädigt aber jeden Tropfen Schweiß, den man verliert. Mir selbst hat das mediterrane Klima ganz schön zu schaffen gemacht. Ich träume da eher von Norwegen und Island. Aber bei der Hitze kann man wenigstens mal ein längeres Päuschen machen, um die Aussicht zu genießen, ohne gleich auszukühlen.

Gardasee_Dalvra_Bassa2

Monte Baldo

Einen Tag haben wir einem Ausflug auf den Monte Baldo gewidmet. Leider ohne Fahrrad, da wir nicht allein unterwegs waren. Der Monte Baldo ist ein 30 Kilometer langer Bergrücken auf der nordöstlichen Seite des Sees. In Malcesine startet die Seilbahn hinauf auf den Gipfel. Die Aussicht ist wirklich atemberaubend. Das Klima viel angenehmer als unten am See. Man muss allerdings auch ein klein wenig Glück im Gepäck haben, um die Aussicht wirklich genießen zu können. Den oft hängt die Bergspitze in den Wolken.

Ich habe mich ein wenig geärgert, dass wir den Ausflug nicht anders geplant hatten: Mit dem Bike mit einer der ersten Seilbahnen am Tag nach oben und dann dort stundenlang die Landschaft und Mountainbiketrails erkunden — das Ganze gekrönt von einer ausgiebigen Abfahrt. Aber egal ob Seilbahn, per pedes oder mit dem Rad — einen Ausflug auf den Monte Baldo sollte man (bei klarer Sicht) nicht missen.

Fazit

Für mich persönlich war eine Woche Gardasee zu lang, denn in der Region, in der wir waren, gab es nicht genug zu entdecken. Ein verlängertes Wochenende wäre ausreichend gewesen. Wem allerdings die Hitze nicht so zu schaffen macht wie mir (oder wer im Frühjahr oder Herbst unterwegs ist), kann ruhig ein paar Tage mehr einplanen, denn den ein oder anderen Gipfel hätte ich gerne noch mit dem Fahrrad erklommen.

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